Jugend forscht 2021

Zuhause und doch bei Jugend forscht dabei – ist das möglich?

Regionalentscheid „Jugend forscht“ in Zeiten von Corona … Regionalentscheid „Jugend forscht“ am heimischen Schreibtisch … beides unvorstellbar? Scheinbar nicht! Denn sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Schiller-Gymnasium haben bewiesen, dass genau das nicht nur möglich, sondern durchaus auch von Erfolg gekrönt sein kann:

Felix Fleßa (Q12) bewies mit seiner Arbeit „Energy Harvesting mittels des Piezo-Effekts“, dass es möglich ist, durch in eine Schuhsohle eingebaute Piezo-Kristalle elektrische Energie zu erzeugen und sinnvoll zu nutzen. Die beim Laufen mit diesen Schuhen für den Läufer unmerklich erzeugte elektrische Energie wird in Kondensatoren zwischengespeichert und kann dann z.B. zur Beleuchtung des Umfelds der Schuhe eingesetzt werden. Mit dieser pfiffigen Idee gewann Felix in der Kategorie Physik den zweiten Platz.

Einem ähnlichen Gegensatz wie oben erwähnt, widmeten sich Laura Haueis und Lucia Herrmann (beide Q11) mit ihrer Arbeit „Diabetes und Schule – zwei Gegensätze, die sich abstoßen?“. Laura und Lucia haben in ihrer Arbeit untersucht, welchen Einfluss ein „normaler“ Schulalltag mit Prüfungsstress, sportlichen Aktivitäten, usw. auf den Blutzuckerspiegel einer Typ-1-Diabetikerin bzw. einer gesunden Schülerin hat. Dafür haben sie regelmäßig Blutzucker- und Blutdruckmessungen durchgeführt, Tätigkeiten protokolliert und am Ende alles zusammengeführt und ausgewertet. Für diese detaillierten Untersuchungen erhielten sie nicht nur einen Sonderpreis in der Kategorie Biologie, sondern auch den 3. Preis in dieser Kategorie.

AHA+L – Einem Teil dieser Formel des Bundesministeriums für Gesundheit zum Schutz vor Coronaviren widmete sich Florian Dalke (Q12) in seiner Arbeit „Lüften ohne Frieren! – Das vollautomatische Lüftungssystem für Klassenzimmer“. Er entwickelte ein Lüftungssystem, welches temperatur- und CO2-konzentrationsabhängig ein Klassenzimmer mit vorgewärmter Frischluft versorgt und „verbrauchte“ Luft nach außen absaugt. Sollte es bei zu kalten Außentemperaturen nicht möglich sein, die angesaugte Frischluft auf Raumtemperatur zu temperieren, schaltet die von ihm entwickelte Anlage vollautomatisch auf Umluft um und leitet die Raumluft zur Reinigung durch eine Filteranlage.

Auch bei der Arbeit von Marc Pfeffer (Q11) war die Corona-Pandemie Ideengeber: die „elektrische Kankenschwester“, die Marc entwickelt hat, dient zur kontaktreduzierten Essensversorgung im Krankenhaus. Es handelt sich dabei um einen, vom Schüler selbst gebauten und programmierten Roboter, der z.B. Tabletts mit Essen in ein Patientenzimmer liefern oder die leeren Tabletts wieder abholen kann. Den Weg in das richtige Zimmer und wieder zurück zum Ausgangspunkt findet der Roboter durch das Abscannen von Orientierungslinien, die auf dem Boden des jeweiligen Stockwerks aufgeklebt werden können. Für dieses einfallsreiche Konzept und die Umsetzung erhielt Marc einen Sonderpreis in der Kategorie Technik.

Beim Projekt „Hühnerstall 4.0“ von Johannes Klaschka (Q12) geht es nicht um Roboter-Hühner, sondern um einen vollautomatischen Hühnerstall, der sowohl den Hühnern und als auch ihrem Halter das Leben möglichst angenehm machen soll. Die Fütterung, die Trinkwasserversorgung, die Beleuchtung und das Öffnen und Schließen der Stalltür sind automatisiert. Johannes wurde für eine Vorstufe dieses Projekts bereits beim Regionalwettbewerb im letzten Jahr mit dem ersten Preis im Fachbereich Arbeitswelt ausgezeichnet. Neu ist nun, dass alle Funktionen des Hühnerstalls unabhängig vom Aufenthaltsort des Hühnerhalters App-basiert überwacht und gesteuert werden können.  Für diese smarte Hühnerstall-Umsetzung erhielt Johannes diesmal einen Sonderpreis in der Kategorie Arbeitswelt.

Gegenstände filigran greifen und bewegen an Orten, wo man gefahrlos nicht ohne weiteres mit seinen Händen arbeiten kann. Diese Idee verfolgte Vitus Vonnegut (Q12) mit seinem Projekt „Humanoide Roboterhand“. Er entwickelte und programmierte einen Handschuh, mit dem man eine Roboterhand feinmotorisch steuern kann, als würde man selbst greifen.

 Als Gemeinschaftsleistung aller teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhielt das Schiller-Gymnasium einen Sonderpreis „Besonders erfolgreiche Schule“ über 250 Euro, gestiftet von der Heide-Ibach-Stiftung.