„Schattenkind“ – Die 10. Klassen zu Besuch bei den Hofer Filmtagen

Kinder, die durch eine Erkrankung oder eine Behinderung im Alltag eingeschränkt sind, haben es oftmals nicht leicht in unserer Gesellschaft. An wen dabei kaum einer denkt, sind ihre Geschwister. Oft müssen diese früh Verantwortung für sich selbst und ihre Familien übernehmen, lernen, mit schwierigen Situationen und auch mit dem Tod umzugehen, „erwachsen“ sein, obwohl man doch selbst noch Kind ist. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich der Film „Schattenkind“, der auf den diesjährigen Hofer Filmtagen seine Premiere feierte. Bevor aber das reguläre Publikum am Abend in die Kinosäle gelassen wurde, kam den 10. Klassen des Schiller-Gymnasiums die besondere Ehre zuteil, den Film vorab gemeinsam mit ihren Religions- und Ethik-Lehrern, aber auch dem Regisseur, Andreas Arnstedt anzusehen und anschließend Fragen zu stellen und zu diskutieren. Der Film zeigt, wie selbstverständlich die Kinder im Alltag mit den Einschränkungen ihrer Geschwister und Familien umgehen, welche Gefühle dies in ihnen auslöst aber auch, welche Schutzräume und Angebote es speziell für solche Familien gibt. Dabei waren sowohl Arnstedt als auch Christoph Werz, der als Diplom-Sozialarbeiter mit diesen Familien eng in Kontakt steht, Freizeiten für die Geschwister durchführt etc. und eine tragende Rolle sowohl im Film, als auch im Leben der betroffenen Kinder spielt, besonders daran interessiert, wie der Film von einem jungen Publikum wahrgenommen wird. Die Schüler zeigten sich betroffen und mitfühlend, Fragen und Meinungen wurden in einem anschließenden Gespräch ausgetauscht und Gefühle und Betroffenheit geäußert. Einige Schüler gestanden, dass sie sich zudem vorher über dieses Thema kaum Gedanken gemacht hätten, sie aber nun achtsamer damit umgehen wollen. Zudem wurde der Wunsch geäußert, sich in dieser Sache zukünftig engagieren zu wollen und zu recherchieren, wie man Unterstützung leisten kann. Alles in allem war der Kino-Besuch für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung, die bei vielen den Blick dafür geschärft hat, auch mal nach links und rechts zu sehen und seine Mitmenschen besser wahrzunehmen, denn, so die Schüler: wir wissen ja oft gar nicht, ob vielleicht mein Banknachbar, Mitschüler, Lehrer oder Freund sich in genau einer solchen Situation befindet. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Arnstedt und Herrn Werz für diese tolle Möglichkeit und auch die Offenheit im Umgang mit den Fragen der Schüler und Lehrer und bei den Organisatoren der Filmtage, dass uns eine solche Möglichkeit gegeben wurde.
 
Annelie Wolf