Von der Schulbank um die Welt

Das Schulfach Geographie wird in der allgemeinen Wahrnehmung zumeist als lebendiges, aktuelles und zukunftsorientiertes Fach charakterisiert und erfreut sich bei vielen Schülern/-innen großer Beliebtheit. Dabei ist die Beschäftigung mit den Räumen und Ländern unserer Erde ein wesentliches Merkmal dieses Unterrichtsfaches. Um diese nicht nur auf dem Papier des Schulbuchs kennenzulernen, sondern hautnah und mit (fast) allen Sinnen von der Schulbank aus zu erleben, organisierte die Geographielehrkräfte Sarah Zollner Andreas Hahn einen ganz besonderen Gast für ihre Schüler/-innen: Der Reiseleiter und Flugbegleiter Ben Fippl stattete mehreren Klassen des Schiller-Gymnasiums einen Besuch ab, um mit ihnen die Welt zu entdecken.

Der 33-Jährige entdeckte schon als Kind seine Liebe zum Reisen und verbrachte bereits während seiner Schulzeit im Rahmen eines Austauschprogrammes einige Zeit in Kalifornien in den USA. Eine Sprachreise und Freiwilligenarbeit in Costa Rica folgten. So ist es kaum verwunderlich, dass Herr Fippl nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten in den Sprachen Englisch und Spanisch machte und Sinesiologie (Chinawissenschaften) studierte, was ihn nach mehreren längeren Aufenthalten in den USA schließlich auch für ein Jahr in das Reich der Mitte führte, wo er u.a. in Shenzhen lebte und arbeitete.  
Zurück in Deutschland beschloss Herr Fippl, das Reisen fortan zu seinem Hauptberuf zu machen. Mit der Weiterbildung zum Flugbegleiter bei einer großen deutschen Airline und der Arbeit als Reiseleiter ließen sich Passion und Profession miteinander verbinden und brachten den jungen Mann unterdessen auf dem See-, Luft- und Landweg in rund 59 Länder der Welt. „Ich kann das tun, was mir am meisten Spaß macht und damit gleichzeitig einen Beruf ausüben“, schwärmt der gebürtige Oberpfälzer, der nicht nur die Schüler/-innen, sondern auch die beiden Lehrkräfte – zumindest virtuell – an die unterschiedlichsten Orte unseres Planten „entführte“. Ben Fippl lud seine jungen Zuschauer/-innen ein, mit ihm auf Reisen zu gehen, exklusive Einblicke in fremde Länder zu erhalten und an seinem Alltag als Reiseleiter teilzunehmen: Ob eine Schiffsreise über den Atlantik und das Mittelmeer, eine Fahrradtour per Live-Video durch Indien oder eine Zugreise quer durch China – es war einiges geboten, um unterschiedlichste Eindrücke aus aller Welt zu sammeln und einen Geographieunterricht der anderen Art zu erleben.              
„Für die Schüler/-innen ist es nicht immer leicht, einen Zugang zu allen Ländern zu finden, mit denen sich der Geographieunterricht beschäftigt. Gerade exotische und weit entfernte Staaten wie China oder Indien entziehen sich unserem persönlichen Erfahrungsraum. Sie sind keine Urlaubsländer im klassischen Sinne, sodass es kaum Berührungspunkte, z.B. durch private Reiseerlebnisse, gibt. Auch die Kultur dieser Länder ist uns vergleichsweise fremd. Das verstärkt die räumliche Distanz und macht es den Schülern/-innen manchmal schwer, einen Bezug zu den entsprechenden Unterrichtsthemen zu entwickeln. Auf eine solch authentische Art und Weise an geographische Themen herangeführt zu werden, kann viel bewirken und einen ganz neuen Blick schaffen“, erklärt die Lehrerin. Die Begeisterung des Publikums bestätigte diese Einschätzung. „Die seit fast zwei Jahren bestehenden Corona-Beschränkungen prägten nicht nur das Schul-, sondern auch das Privatleben der Schüler/-innen. Verreisen, um zusammen mit der Familie und Freunden die Welt zu entdecken, ist seit dem Ausbruch der Pandemie kaum mehr bzw. nur mit massiven Einschränkungen möglich gewesen. Umso größer ist die Sehnsucht der Kinder und Jugendlichen, in die Ferne zu schweifen. Es war schön zu sehen, mit wie viel Herzblut unser Referent seinen jungen Zuschauern/-innen unsere Welt ein ganzes Stück weit näherbrachte und mit wie viel Interesse und Aufmerksamkeit die Schüler/-innen ihm und seinen Ausführungen folgten. Auch für mich als Lehrkraft war es eine tolle Erfahrung, da ich selbst viel Neues lernen konnte“, resümiert die Lehrerin am Ende des Schultages.             
Vor, während und nach seinen Länderporträts stand Herr Fippl den interessierten Schülern/-innen Rede und Antwort. Offen und ehrlich plauderten auch schon die jüngsten unter ihnen mit dem Experten. Die Reaktionen zeigten, dass der Besuch ein voller Erfolg war. Aufgrund des positiven Feedbacks sind auch für die Zukunft weitere „Reisen“ geplant, darunter eine Rundreise durch die USA sowie eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Ostasien nach Westeuropa im Geographieunterricht der 10. Klassen. „Mir ist es ein großes Anliegen, dass die Schülern/-innen des Schiller-Gymnasiums auf ihrem Bildungsweg die Welt in all ihren Facetten kennenlernen und eine Vorstellung von der Vielfalt und Schönheit unseres Planeten erhalten. Der Geographieunterricht nimmt hier eine besondere Rolle ein, aber auch den Fremdsprachenunterricht können Ben Fippls Besuche bereichern“, betont StRin Sarah Zollner.