Sommerkonzert 2022

Eigentlich wäre es schön gewesen: Klänge, fast so alt wie die amerikanische Automarke, die das Lied jahrelang zu Werbezwecken verwendet hat. Und ein Künstler, der, ebenso wie der musikalische Gesamtleiter des Abends, als Kind das Akkordeon gelernt hat. Was hat man Eric Clapton mit dieser Kritik doch Unrecht getan – doch so viel vorweg: „Layla“ erklang trotzdem nicht, am Sommerkonzert des Schiller-Gymnasiums Hof.

Ein Huster hier, ein Nieser dort – wäre es nicht Sommer, so könnte man meinen, einige Gäste hätten ein „Spring Fever“. Das erste Stück, gespielt von der Bläserklasse der 5. Jahrgangsstufe des Schiller-Gymnasiums, in Kooperation mit der Musikschule der Hofer Symphoniker, leitete eine Abend voller bekannter Melodien der Kategorie „Ja, das kenne ich – und jetzt weiß ich auch wie es heißt!“ ein.

Studiendirektorin Regina Jenkis, die stellvertretende Schulleiterin des Schiller-Gymnasiums, zeigt anschließend in ihrer Begrüßungsrede die Fülle an Mitgliedern, Freundinnen und Freunden unserer Schulfamilie auf und lässt auch den Dank an die Mitwirkenden, Helferinnen und Helfer des Abends nicht zu kurz kommen.

Und anstatt den Katzentisch des Artikels zu bekommen, stehen die Einstudiererinnen und Einstudierer, die Technikerinnen und Techniker, die Grafikerin, der Setzer (ist ja Schule) sowie der Gesamtleiter (Chapeau zu dieser sehr gelungenen Premiere unter schwierigsten Bedingungen!) diesmal (fast) ganz vorne:

Danke an Slawek Dudar, Ji Eun Kim, Elisabeth Nußrainer, Benjamin Sebald, Rainer Streit, StR Martin Röder, Daniel Eischoa, Hanna Park, OStR Bastian Burghardt, StR Matthias Leuchsenring, David Deeg (8b), Noah Sturm (9Pa), Maximilian-Cedric Laugisch (9Pa), Erik Spörl (10b), Benjamin Pscherer (8d), Lukas Schafrina (10b), Hannes Bauer (10b), David Schatz (Q12), Marc Pfeffer (Q12) Shodyona Abdujabborova (6c), StR Sebastian Schumann sowie StR Adrian Stieglitz!

In Rio feiert man den Karneval eigentlich bereits Ende April – da er aber 2021 ausgefallen ist, holte ihn die Bläserklasse in ihrem zweiten Stück des Abends, Michael Storys „Karneval in Rio“, schwungvoll nach.

Der Chor der 5. und 6. Jahrgangsstufe widmet sich anschließend einem alten deutschen Volklied: „Die Gedanken sind frei“, dessen Grundidee bereits auf die Zeit des 13. Jahrhunderts zurückgeht, wurde 1842 in der Liedersammlung Hoffmann von Fallerslebens veröffentlicht – und was für den Schreiber unserer Nationalhymne recht ist, ist für unser Sommerkonzert natürlich gerade erst gut genug. Lucia Herrmann (Q12) auf der Violine, Amelie Walter (9b), ebenfalls Violine, Markus Jung, Violoncello und Studienrat Martin Röder, Kontrabass, begleiten.

Vom 13. Jahrhundert geht es ins Heute: Bruno Mars‘ „Count on me“, begleitet von Martin Röder auf dem Klavier, lässt die Gäste im Großen Haus der Freiheitshalle zumindest im Kopf mitsingen.

Die Bläserklasse der 6. Jahrgangsstufe des Schiller-Gymnasiums, in Kooperation mit der Musikschule der Hofer Symphoniker, macht aus Hofs großer Halle dann „Die Musikfabrik“, in der rund um die Uhr gerockt wird: „Rock Around the Clock“!

Eben erst wurde er für sein Abitur in Chemie ausgezeichnet, jetzt zieht er ganz andere Saiten auf: Daniel Eischoa (Q12) spielt das „Malagueña“ auf seiner Gitarre und verzaubert mit andalusisch angehauchten Klängen.

Sie sagt über sich, dass sie ihre Heimat Schottland niemals verlassen würde. „This is life“ heißt es für die Schottin Amy MacDonald, genauso wie für den Chor der 7. und 8. Jahrgangsstufe, von dessen Mitgliedern nicht bekannt ist, ob sie ihre Heimat ebenso schätzen. Vielleicht haben diese ja „Sweet Dreams“ bezüglich einer anderen Wunsch-Destination. Annie Lennox und David A. Stewart von Eurythmics hatten diese. Was sie nicht hatten, war eine Schlagzeugerin wie Russia Dakhil Barjas (7c), die das Stück begleitet.

Wieder betreten die Bläser die Bühne. Diesmal jedoch bereits bedeutend mehr als vorher.  Das Jugendblasorchester Hof, in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern, macht Hof zur „Funkytown“, bevor man dann den „Agenten im Dienste ihrer Majestät“ im Saal sucht: Mit „The James Bond Theme“ präsentieren die jungen Musikerinnen und Musiker etwas, was man in dieser Qualität auch eins zu eins im Vorspann des Agentenfilms zeigen könnte.

Robin Gebel (10d) betritt im Anschluss die Bühne. Nein, nicht als James Bond, sondern als der „Mann am Klavier“. Mit atemberaubender Präzision präsentiert er das „Nocturne Nr. 20 in cis-moll (Op. Posth.), Lento con gran espressione“ von Frédéric Chopin, welches mit langem anerkennenden Beifall bedacht wird.

Das Schulorchester lädt anschließend zum Mitdenken ein: Welche Lieder verstecken sich denn im „Michael Jackson Hitmix“. Man könnte ein Kahoot! daraus machen. Die Frage „Wie hat es dem Publikum gefallen?“ bräuchte dabei aber nur eine Antwort: Applaus“. Was für eine Darbietung, bei der der Dirigent und Arrangeur des Stücks ganz in Glitzer gekleidet ist – zumindest an der linken Hand. MJ lässt grüßen.

Auch die Jahrgangsstufen 9 bis 12 haben einen Chor: Und der präsentiert den Welthit der Fugees: „Killing me softly“. Sterben: nein –  dahinschmelzen: ja! Und das unter dem Druck, vor vielen, vielen Zuschauerinnen und Zuschauern zu performen. Aber „Under Pressure“ haben auch Freddy Mercury und David Bowie schon gesungen – und die hatten weder Amelie Hager (Q11) am Klavier noch Daniel Eischoa (Q12) am Bass.

Bevor er musikalischer Gesamtleiter am Schiller-Gymnasium wurde, gab es da jemand anderen. Das nach ihr benannte Ensemble wurde bisher zwar nicht in Stieglett!, oder The A-Team umbenannt, Musik machen sie jedoch weiterhin grandios: Das Ensemble Röschpekt! präsentiert „I’m still standing“ und „Blinding Lights“.

Danach geht es in den Wilden Westen – obwohl er ja eigentlich Italiener war – und die Musik, die er für über 500 Filme komponierte, nicht immer nur Westernmusik war. Doch sowohl „Gabriel’s Oboe“ als auch „Moment for Morricone“ lassen immer wieder Gedanken an Charles Bronsons Mundharmonikaklänge aufsteigen. Ob irgendjemand der über 80 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters Hof in Zusammenarbeit mit den Hofer Symphonikern diesen Film noch kennt? Müssen Sie nicht! Sie kennen und können dafür die Musik. Und unser Charles heißt heute übrigens Philipp Gramalla (Q11) und Sergey Storozhenko (9Pc) und anstatt einer Mundharmonika spielen sie die Solo-Trompete.

Kenan Canbay, Vorsitzender des Elternbeirats, hob in seiner Dankes-Ehrungs-Abschlussrede das Offensichtliche hervor: „Das Schiller-Gymnasium kann auch Kunst und Musik in Perfektion!“

Karat. Peter Maffay. Und jetzt 250 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig am Musizieren: Das Symphonische Blasorchester Hof meets Schiller-Chor spielen und singen „Über sieben Brücken musst du gehn“. Und bekanntlich muss man da ja auch sieben dunkle Jahre überstehen. Zweieinhalb haben wir schon. Und wenn es dann ab und zu solch tolle Lichtblicke wie ein Sommerkonzert des Schiller-Gymnasiums gibt, entsteht doch gleich ein Silberstreif am Horizont.

Das Publikum verabschiedet sich mit stehenden Ovationen, ich mit Gänsehaut!

Thank you for the music!