Zehntklässler erleben Zeitgeschichte hautnah

Im Rahmen der diesjährigen Deutsch-Deutschen Filmtage hatten zwei Klassen der 10. Jahrgangsstufe die besondere Gelegenheit, im Central-Kino Hof an einer eindrucksvollen Filmvorführung teilzunehmen. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „Der Beitritt“, der die letzten Monate der DDR beleuchtet. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen tiefen Einblick in die politische Arbeit jener Zeit und erfuhren, wie Mitglieder der DDR-Regierung und der frei gewählten Volkskammer versuchten, den Beitritt der neuen Bundesländer zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik zu gestalten – mit klaren Zielen, aber auch mit politischen und organisatorischen Grenzen.

Im Anschluss an den Film fand ein Podiumsgespräch statt, moderiert von Dr. Ludwig Unger von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Gesprächspartnerin war Dr. Sabine Bergmann-Pohl, die als Präsidentin der Volkskammer und Vorsitzende ihres Präsidiums im Jahr 1990 zugleich das letzte Staatsoberhaupt der DDR war. Darüber hinaus war sie Bundesministerin für besondere Aufgaben, Parlamentarische Staatssekretärin und viele Jahre Mitglied des Deutschen Bundestags.

Dr. Bergmann-Pohl gewährte den Schülerinnen und Schülern eindrucksvolle Einblicke in die politische Umbruchszeit und schilderte Herausforderungen und Entscheidungen aus erster Hand. Besonders erfreulich war, dass auch ein Schüler unserer Schule eine Frage an die Zeitzeugin richten konnte. Diese zielte auf mögliche Zusammenhänge zwischen politischen Entscheidungen der Einheit und heutigen Wahlergebnissen in ostdeutschen Bundesländern ab – ein Themenfeld, das Dr. Bergmann-Pohl nur teilweise beantworten konnte, da es weit über ihre damalige politische Rolle hinausgeht und komplexe Entwicklungen berührt.

Zum feierlichen Abschluss durften interessierte Schülerinnen und Schüler dem Eintrag Dr. Bergmann-Pohls in das Goldene Buch der Stadt Hof beiwohnen, begleitet von der Oberbürgermeisterin Eva Döhla. Ein besonderer Moment, der den jungen Besucherinnen und Besuchern deutlich machte, wie nah historische Ereignisse manchmal sein können – und wie wichtig die Begegnung mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für das Verständnis politischer Prozesse ist.

Der Besuch der Filmtage war somit nicht nur eine spannende Exkursion, sondern ein wertvoller Beitrag zur politischen Bildung und zur lebendigen Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte.

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